Flexibler Schulanfang

Das positive Ergebnis wissenschaftlicher Untersuchungen hat dazu beigetragen, dass sich immer mehr Schulen entschließen, mit einem jahrgangsübergreifenden Unterricht zu beginnen. Ermutigende Berichte von Lehrern, Eltern und Kindern, die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema und zuletzt die verschiedenen Hospitationen an Modellschulen haben auch uns überzeugt, einen Neuanfang zu wagen. Wir sind uns bewusst, dass der Flexible Schulanfang bei Eltern Unsicherheit erzeugt, da sie selbst diesbezüglich keine Erfahrungen gemacht haben. Es besteht also ein großer Informationsbedarf, dem wir mit verschiedenen Veranstaltungen im Schuljahr begegnen wollen. Diese Gründe sprechen für die Einführung:

 

Heterogenität als Lernchance

Der Entwicklungsstand der Kinder differiert heute bei Schuleintritt um ca. 3 Jahre, was einen gleichschrittigen Unterricht unmöglich macht und herkömmliche Methoden nicht mehr angewendet werden können. Das Lernniveau erfordert ein individuelles Lernangebot. Somit könnte man die Heterogenität der Lerngruppe auch als Chance für ein individuelles Lernen in der Schule sehen.

 

Individuelle Förderung

Die Lernmotivation der Kinder wird gefördert, denn Erstklässler können von Zweitklässlern lernen. Zweitklässler erklären jüngeren Kindern den Unterrichtsstoff und vertiefen somit ihr eigenes Wissen und Können. Kinder werden beim Lernen nicht mehr gebremst sondern gefordert. Schwächere Kinder haben mehr Zeit zum Lernen, denn sie können die Stufe in 3 Jahren durchlaufen. Die individuelle Verweildauer von 1- 3 Jahren in dieser Stufen gesteht jedem Kind seine individuelle Lernzeit zu.

Außerdem bietet der Flexible Schulanfang die Möglichkeit für einen 2. Einschulungstermin im Februar, um Kindern einen optimalen Schulstart zu ermöglichen.

 

Miteinander und voneinander lernen

Wir haben bereits in den vergangenen Jahren jahrgangsübergreifende Projekt mit großem Erfolg angeboten. Es wurde als erleichternd empfunden, dass man auf die Einführung von Regeln weniger Zeit verwenden musste, weil ältere Kinder Regeln und Rituale als selbstverständlich vorlebten. Diese wurden dann von den jüngeren Kindern problemlos übernommen. Hier werden neben fachlichen auch überfachliche Kompetenzen entsprechend der Anforderungen der neuen Bildungsstandards vermittelt.

 

Rolle der Lehrerin oder des Lehrers

Die neue Hirnforschung bestätigt, dass das Lernen ein aktiver Aneignungsprozess ist, in dem das Kind handelnd und entdeckend seinen individuellen Lernprozess finden soll. Eigene Lernwege und ein eigenes Lerntempo sind zu entwickeln. Der Lehrer nimmt dabei zunehmend  die Rolle als "Lerncoach", bzw. Berater, ein. Er leitet die Lernprozesse an, wählt Anlässe und Gegenstände aus, die das Lernen unterstützen etc.

 

Teamarbeit

Dieses Modell erfordert intensive Absprachen und Koordination, d.h. verstärkte Teamarbeit. Die neuen Herausforderungen die dieses Modell aber auch die neuen Bildungsstandards mit sich bringen, sind nur gemeinsam zu bewältigen. Teamarbeit kann aber auch dazu beitragen, die Anforderungen stressfreier zu bewältigen und damit zu einer höheren Schulzufriedenheit führen.